Grußwort
von Herrn Staatssekretär Dr. Dietrich Birk MdL
anlässlich der Vernissage
„I. K. H. Herzogin Diane von Württemberg zu Gast in der Majolika Manufaktur Karlsruhe“

am 28.1.2007 in Karlsruhe 

Königliche Hoheiten: Herzogin Diane und Carl Herzog von Württemberg,
liebe herzögliche Familie,
sehr geehrter Herr Direktor Ulrich Lochmann,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Eidenmüller,
sehr geehrter Herr Renner,
sehr geehrte Damen und Herren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst,
ein besonderer Gruß gilt dem Hausherrn, Ihnen, Herr Goll,
sehr geehrte Damen und Herren,
 

ich freue mich sehr, dass ich heute erstmals in der traditionsreichen Majolika Manufaktur in meiner Funktion als Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine Ausstellung eröffnen darf. 

Nach meinem Antrittsbesuch im vergangenen Jahr bin ich beeindruckt von dem Majolika-Ensemble mit seiner wunderschönen Lage am Rand des Karlsruher Schlossgartens. Beeindruckt war ich auch von der hohen Qualität der Produktion. 

Ich freue mich über diese Ausstellungseröffnung umso mehr, weil ich Sie, Königliche Hoheit Herzogin Diane, bereits kennen lernen durfte. Ihre künstlerischen Arbeiten sind von herausragender Schönheit und großer Vielfalt. Bewunderung verdient aber auch Ihr Engagement zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Vielen Dank für Ihr Kommen. 

Vor über 18 Jahren - im Mai 1989 - hat der damalige Ministerpräsident Lothar Späth die erste Ausstellung der Reihe „Skulpturenpark Herzogin Diane“ im Schlosspark Altershausen eröffnet. Die alle zwei Jahre dort stattfindende Ausstellung mit Werken von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Ländern hat sich inzwischen etabliert. Die Künstler erhalten hier eine Gelegenheit, ihre Werke vor einem Publikum zu präsentieren. Sie, Königliche Hoheit, bieten jungen Künstlern damit ein wichtiges Forum.  

Auch Ihre eigenen Werke haben schon lange ein breites Publikum gefunden. Sie hatten zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und anderen Ländern, vor allem in Frankreich, Spanien. Unter Kunstkennern ist Ihr Name bekannt.  

Königliche Hoheit, Sie sind nach Ihren eigenen Aussagen seit Ihrer frühesten Jugend an allem interessiert, was mit Kunst zusammenhängt. Und Sie haben dieses Interesse nicht nur als passive Leidenschaft verstanden, sondern schon mit vierzehn Jahren begonnen zu malen. Seither haben Sie mit geradezu greifbarer Freude und mit großem Schwung mit einer Vielzahl künstlerischer Techniken und Materialien experimentiert und gearbeitet. Zu Ihrem Werk zählen zum Beispiel Bronzeplastiken, Holzmalerei, Ölbilder, Hinterglasmalerei, Accessoires, Siebdrucke und Porzellan. Einen Teil Ihres künstlerischen Schaffens dürfen wir heute hier würdigen - das Ergebnis Ihrer Arbeiten, die hier in der Majolika Karlsruhe entstanden sind. 

In einem früheren Katalog hieß es einmal: „Den künstlerischen Formenschatz schöpft Herzogin Diane aus dem Unterbewusstsein. Fast zwangsläufig ergibt sich damit eine gewisse Vorliebe für das Surrealistische, jedoch ohne feste Bindung an diese Stilrichtung. Im Grundtenor sind Kraft und Lebensfreude als durchgängige Aussage und als persönliches Stilmerkmal zu bezeichnen.“ 

Ihre Liebe zur Kunst äußerte sich aber nicht nur in ihren eigenen Werken, sondern auch durch Ihr Mäzenatentum, das sich vor allem durch das Wirken der „Herzogin Diane von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung“ äußert.  

Doch ich möchte nicht vorgreifen. Wir werden später ja noch mehr über Sie erfahren. Erlauben Sie mir noch ein paar Worte zur Majolika Karlsruhe. 

Die Majolika kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Sie ist heute die einzige Keramik-Manufaktur in Deutschland. Von Anfang an stand die Verknüpfung von Kunstförderung und wirtschaftlichem Unternehmen im Mittelpunkt. Ich danke Ihnen, lieber Herr Goll, für Ihr unermüdliches Engagement. Ihnen ist es zu verdanken, dass hier in den vergangen Jahren viele namhafte Künstler aus zahlreichen Ländern ihre Spuren hinterlassen haben. Sie haben damit maßgeblich zum Renommee der Majolika beigetragen. 

Aber auch weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern haben Sie hier ein Forum geboten. Als der für die Kunstförderung in Baden-Württemberg zuständige Staatssekretär begrüße ich dieses Engagement sehr. 

Die Produktion von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Wir finden Spuren bereits um 14.000 vor Christus etwa in China und Sibirien. Beeindruckende Funde aus dem Gebiet der heutigen Türkei können Sie derzeit in der Großen Landesausstellung „Vor 12.000 Jahren in Anatolien - Die ältesten Monumente der Menschheit“ sehen. Gezeigt werden dort Figurinen in Menschen- und Tiergestalt aus gebranntem Ton, kleine geometrische Objekte und Beispiele aus der Anfangszeit der Gefäßkeramik. Die Medien haben ja bereits über die Ausstellung berichtet. 

Ich darf Sie in diesem Zusammenhang auch auf das Majolika-Museum hier auf dem Gelände aufmerksam machen. Das Museum ist eine Außenstelle des Badischen Landesmuseums - was die wenigsten wissen. Wer sich für die Geschichte der Majolika interessiert, kann hier einen Einblick in die vielfältigen und unterschiedlichen Arbeiten seit Gründung der Manufaktur im Jahr 1901 gewinnen. 

Zu sehen sind die in den hiesigen Ateliers entstandenen Arbeiten, ergänzt um kultur-, geschmacks- und firmengeschichtliche Aspekte. Die aus dem „Zeitgeist“ entstandenen künstlerischen Produkte können so auch in ihrem historischen Zusammenhang verstanden werden. 

Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit zwischen der Majolika-Manufaktur und dem Badischen Landesmuseum so konstruktiv und ergiebig ist. 

Lieber Herr Goll, mit der aktuellen Ausstellung haben Sie einen weiteren Beleg für den Erfolg Ihres Konzeptes geliefert. Auf die weiteren Projekte Ihres Hauses bin ich jetzt schon gespannt.

 



 

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