Rede Vorstandsvorsitzender Thomas Renner.

Sehr verehrte Königliche Hoheit, sehr geehrter Herr Staatssekretär, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Goll, 

ich freue mich sehr heute morgen hier im künstlerischen Zentrum nicht nur der badischen, sondern gar der deutschen Keramikszene ein Grußwort sprechen zu dürfen. Ich mach das sehr gerne, auch wenn ich weiß, daß das mit den Grußworten immer so eine Sache ist, denn letztlich ist ein Grußwortredner, und ich bin ja schon der Vierte, ein Mensch, der die anderen davon abhält sich zu unterhalten oder sich anderen, möglicherweise wichtigeren Dingen zu widmen. 

Aber ich will mich bemühen deutlich zu machen, daß ich gerade unter dem Gesichtspunkt der heutigen Veranstaltung, unter dem Gesichtspunkt Württemberg trifft Baden die Grüße eines in dieser Hinsicht sehr gelungenen Treffens übermitteln kann. Nämlich die Grüße des Vorstandes der Sparda Bank Baden Württemberg. 

Dieses Unternehmen entstand aus der badischen Sparda Bank Karlsruhe und der württembergischen Sparda Bank Stuttgart. Seit acht Geschäftsjahren gibt es nun dieses Sparda-Bank, dieses badisch-schwäbische Sparda-Gebilde schon. Ein Gebilde, das wegen der scheinbar markanten, unversöhnlichen, regionalen Unterschiede von Baden und Württemberg per see eigentlich nicht funktionieren kann. Zur Überraschung aller funktioniert dieses Gebilde aber hervorragend, um nicht zu sagen mustergültig. 

Trotz allem gibt es – davon scheinen beide Seiten überzeugt – schon gewisse Unterschiede zwischen Badenern und Schwaben. Obgleich sie bei näherer Betrachtung so unterschiedlich nun doch nicht sind. Dies will ich am Beispiel der Sprache aufzeigen. 

Nun ist die deutsche Sprache für sich schon schwierig genug, wie nachfolgende kleine, historisch belegte, Geschichte zeigt:
Bei einem Empfang wies die Ehefrau eines Botschafters Bismarck auf die vor allem für Ausländer schwierige deutsche Sprache hin. Zu viele Wörter hätten zwei Bedeutungen. Beispielsweise „senden“ und schicken“. Darauf Bismarck:

„Gnädige Frau, DAS ist sehr wohl ein Unterschied. Ihr Herr Gemahl ist nämlich zwar ein Gesandter, aber durchaus kein Geschickter.
 

Aber wie sieht es nun mit dem Badischen aus? 

Um sich untereinander verständigen zu können, brauchen die Badener eine Lingua franca, denn ein allen gleichermaßen verständliches und von allen gesprochenes „Badisch“ existiert in dem Vielvölkerländle der Kurpfälzer, Alemannen, Franken und Markgräfler nicht. Diese Verkehrssprache, deren sich Badener auch im Umgang mit Hergloffnen und Touristen bedienen, ist Hochdeutsch oder vielmehr das, was sie dafür halten.

Dies wirft in der Kommunikation zwei grundsätzliche Probleme auf. Wenn ein Einheimischer in seinem persönlichen Hochdeutsch mit einem Fremden spricht, ist einerseits nicht gewährleistet, dass der ihn versteht, und andererseits hält der Fremdling das Idiom des Ureinwohners für einen Dialekt, und zwar für einen schwäbischen. 

Dieses Fehlurteil trifft – was man natürlich versteht - alle Badener unterschiedslos und empfindlich. 

Nun zum Schwäbischen:
Es ist behauptet worden, „das Schwäbische komme gleich nach dem Sächsischen“, und das war bestimmt nicht als Kompliment gedacht.

Wem solch eine Muttersprache aufgeprägt wurde, der fällt natürlich sofort überall auf. Zur Auffälligkeit des Schwäbischen trägt darüber hinaus der Umstand bei, dass die Schwaben im nicht-schwäbischen Ausland nie auf den Gedanken kämen, ihre schwäbische Herkunft zu verleugnen. Auch der weltläufigste Schwabe spricht jederzeit Schwäbisch, ob er sich gerade in Hamburg, Palma de Mallorca, New York oder eben in Karlsruhe aufhält. 

Dass er dabei von seinen übrigen deutschen Landsleuten nicht immer verstanden wird, fällt ihm gar nicht auf. 

Wie Sie sehen: Unverkennbare Unterschiede schon, aber quasi mit ähnlichen Wirkungen was das Verstehen anbelangt. Und trotzdem  können beide damit gut leben. Gut genug jedenfalls, um gemeinsam Erfolg zu haben, wie das Beispiel der Sparda Bank BW zeigt. 

Gerade weil dieses gegenseitige Verständnis für unseren Erfolg so wichtig ist, liegt mir das Zusammenkommen, das Treffen von Baden und Württemberg auch so am Herzen. Es war für uns deshalb keine Frage diese Ausstellung zu unterstützen. Zumal wir sowohl mit der Majolika als auch mit Ihrem Hause, königliche Hoheit schon lange in Verbindung stehen. So gab es in der Vergangenheit, insbesondere zu seiner königliche Hoheit Karl Herzog von Württemberg, wiederholt Berührungspunkt über unser gemeinsames Interesse an der Herzenssache, der Kinderhilfsaktion des SWR. Die Herzenssache ist ja auch heute wieder eine Gemeinsamkeit, denn der Erlös der Ausstellung soll ja für soziale Zwecke, unter anderem auch für die Herzenssache, bestimmt sein. Wir freuen uns, wenn wir diese Idee unterstützen können. 

Mit der Majolika verbinden uns neben den badischen Wurzeln ebenfalls einige Gemeinsamkeiten, die ich, gerade weil sie zum Thema Württemberg trifft Baden so gut passen, nicht unerwähnt lassen möchte. 

Der zwischenzeitlich verstorbene Maler und Bildhauer Otto Herbert Hajek stand mit der Majolika in Kontakt, um ein Keramikprojekt zu realisieren. Das Ganze war bereits im Entwurfstadium, wurde aber aufgrund der Krankheit von Hajek nicht weiterverfolgt.  Die Otto Herbert Hajek Stiftung der Sparda Bank möchte dieses Projekt nun für Karlsruhe zu Ende bringen und aus dem Entwurf durch die Majolika ein Bodenbild für den Bahnhofsplatz fertigen lassen. Dieses könnte den Bahnhofsplatz mit der notwendigen Farbe versehen und das dort stehende Wegezeichen von Hajek ergänzen. Damit käme Hajek aus Stuttgart wieder an seine langjährige badische Wirkungsstätte zurück und die Majolika könnte ihrem Namen als  Manufaktur mit hohen künstlerischen Anspruch auch in der öffentlichen Wahrnehmung wieder einmal alle Ehre machen. 

Noch bei einem zweiten Projekt haben wir deckungsgleiche Interessen. Seit einiger Zeit gibt es Bemühungen den Cerresbrunnen in der Stuttgarter Markthalle wieder herzustellen. Dieser wurde 1916 von der Majolika gefertigt, leider aber 1944 im Krieg zerstört. Der Förderverein Alt Stuttgart betreibt die Wiederherstellung und sammelt hierzu Sponsorengelder. Wir unterstützen dieses Projekt unter dem Gesichtspunkt eines Baden-Württembergischen Brückenschlages mit insgesamt 20 000 € und sehen die Fertigung dieses Brunnens durch die Majolika als Symbol der Gemeinsamkeit, als Symbol eines gelungen Treffens von Baden und Württemberg. Die badische Majolika in der Stuttgarter Markthalle und Ihre königliche Hoheit Diana, Herzogin von Württemberg in der badischen Majolika. 

Meine Damen und Herren, eine wunderbare Symbolik für die Region Karlsruhe und Stuttgart. Eine Symbolik, die wir als Sparda Bank Baden Württemberg gerne unterstützen. Die Unterstützung dieses badisch württembergischen Brückenschlag ist Ausdruck unseres Anspruchs eine Bank für die Bürger in Baden Württembergs zu sein. 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.


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